Geschichte

Es ist März 2016. Ich sitze in einem Motel in Santa Fe und richte meinen Reiseblog ein. Von März bis Mai werde ich mit dem Motorrad durch den Westen von Nordamerika fahren, vom Süden bis hoch in den Norden. Von diesem Projekt habe ich schon lange geträumt. Und das kam so:

Angefangen hat alles im Jahr 2000.
Mein Freund Dani und ich, wir waren beim Billiard spielen. Dabei haben wir uns Geschichten von früher erzählt. Wir sind nämlich beide in jungen Jahren begeistert auf unseren 125ccm Motorrädern herumgefahren. Dani hatte eine Yamaha Enduro, ich eine Honda Strassenmaschine.
Nachdem wir unsere früheren Heldentaten einmal aufgewärmt hatten ist Dani auf eine Idee gekommen: "Bünger, lass uns die Prüfung für die grossen Motorräder machen. Dann kaufen wir uns beide eine Harley und lassen es noch einmal so richtig krachen".
Was nur als Jux gemeint war ist ziemlich schnell Wirklichkeit geworden. Noch im selben Sommer haben wir beide die Ausbildung auf den grossen Motorrädern gemacht und uns den Führerschein geholt. Aber eine Harley, die haben wir uns beide nicht gekauft.

Hebi, ein anderer Freund, fährt schon seit vielen Jahren ein grosses Motorrad. Wir haben öfters gemeinsam eine Spritztour in unserer Umgebung unternommen. Im Jahr 2001 hat  er zum ersten Mal eine mehrtägige Motorradtour durch die Schweizer Alpen vorgeschlagen. Ich hatte damals von den Schweizer Alpen kaum eine Ahnung. Ausserdem war ich bis dahin auch noch nie über mehrere Tage mit dem Motorrad unterwegs. Also haben wir das ausprobiert. Während dieser Tage habe ich zum ersten Mal die Bündner Alpenpässe und das Tourenfahren kennengelernt. Seither bin ich mit dem Virus infiziert. Ich liebe es, auf kurvenreichen Strecken und in beeindruckenden Landschaften mit dem Motorrad unterwegs zu sein.

Wieder einige Jahre später hatte ich während einer Weiterbildung die Aufgabe, mir zu überlegen, wo ich in fünf Jahren sein werde. Da bin ich zum ersten Mal auf die Idee gekommen, irgend einmal drei Monate lang durch die Berge an der Westküste der USA zu fahren, und zwar ganz vom Süden bis hoch hinauf in den Norden. Als ich Annemarie von dieser Idee erzählt habe hat sie mir zuerst zugehört und nach kurzem Überlegen dann trocken festgestellt, dass sie also etwa im Jahr 2009 damit rechnen müsse, dass ich unterwegs nach Alaska sei.

Das Jahr 2009 ist aber vorbeigegangen, ohne dass ich auf dem Weg nach Alaska war. Die Zeit für meine Reise war einfach noch nicht gekommen. Erst Anfang 2016 ist wieder Bewegung in die Sache gekommen. Ich hatte nämlich meinen Job als Projektleiter bei der Generali Versicherung verloren. Auf der Suche nach nach einer Alternative zur drohenden Arbeitslosigkeit habe ich mich wieder an meinen Traum erinnert. Als ich dann Mitte Februar 2016 immer noch keine neue Stelle hatte, da habe ich mein eigenes Projekt gestartet: through the west from south to north.

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