Palm Springs

Eigentlich wollten wir heute eine weitere Tour fahren und uns die San Jacinto Mountains ansehen. Das ist die Bergkette südlich von Palm Springs. Beim Frühstück einigen wir uns aber ganz schnell darauf, dass wir heute nicht schon wieder auf Motorradtour gehen. Der Trip gestern ist fürs Erste gerade etwas lang und kalt genug gewesen, und hier beim Hotel locken der Pool und die Sonne zum faulenzen.

Am Nachmittag schauen wir uns zuerst in Palm Springs etwas um. Dann fahren wir noch etwa eine halbe Stunde lang nach Norden zu einem Outlet Center. Das Center entpuppt sich als riesige Anlage. Da kommen bei mir schon Fragen auf. Wer soll denn bitte all die Schuhe, Taschen und Kleider und all die andere Ware hier überhaupt kaufen?

Als Erstes besuchen wir schliesslich den Laden der Outdoor-Marke Columbia. Etwa eine halbe Stunde später sind wir beide stolze Besitzer eine neuen Windjacke. Hier in der kalifornischen Wüste bei Palm Springs ist es zwar knapp 30 Grad warm. Aber unsere angeborenen und antrainierten Reflexe sind offenbar stärker. We are Swiss, you know.

Fast drei Stunden lange sind wir hier in diesem Outlet Center,  schauen uns ab und zu einen Laden an und schauen immer wieder diesem Spektakel hier zu. Dabei bleiben etwas gemischte Gefühlen zurück. Schliesslich sehen wir per Zufall zwei Schaufensterpuppen, die es genau auf den Punkt bringen: Eingekleidet mit ihren Hüten wirken sie richtig cool und trendy. Nimmt man ihnen aber den Hut weg, dann sieht man es sofort: Das ganze Modebewusstsein und die hier vermittelte Coolness geht letztlich nur ohne Hirn.
Das sollte man wissen – auch wenn diese Forderung ziemlich paradox ist.

Miro's Restaurant in Palm Springs

Heute ist definitiv unser letzter gemeinsamer Abend in Kalifornien. Das möchten wir gerne in einem angemessenen Rahmen feiern und suchen einen Platz für ein gemütliches, richtiges Abendessen. Schliesslich finden wir per Zufall ein nettes Restaurant. Es heisst „Miro’s“, und wir werden da sehr nett empfangen, obwohl wir nicht einen ausgesprochen gediegenen Eindruck machen.
Ein Blick auf die Speisekarte zeigt uns, dass unsere Gastgeber offenbar aus Kroatien stammen und ihre traditionelle Küche pflegen. Das lohnt sich für uns. Es wird ein ganz gemütliches und feines Abendessen mit angemessen grossen Portionen und einem sehr netten Kellner.

Dieser Kellner hat mir gerade ein zweites Glas Wein gebracht und ich habe mich bedankt, da schaut mich Lilo gross an: „Hast du das gehört? Du hast ‚Danke schön’ gesagt, und er hat mit ‚Bittschön’ geantwortet“.
Der freundliche Kellner bringt uns schliesslich die Rechnung, und da steht sein Name darauf. Er heisst Juergen und stammt ursprünglich aus Stuttgart. Es ist schön, mitten in der kalifornischen Wüste in einem kroatischen Restaurant jemanden schwäbisch schwätzen zu hören. Seit 30 Jahren ist Juergen hier in Palm Springs. Er hat als Koch gearbeitet und wäre jetzt eigentlich in Rente. Aber so 10-15 Stunden in der Woche arbeitet er noch als Kellner, das müsse einfach sein, meint er. Ein wirklich netter Mann, dieser Juergen, und auch ein interessantes Rentner-Modell.

Reiseroute am 9. März

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