Whitehorse – Haines

Mein heutiges Etappenziel ist Haines. Das ist ein kleiner Ort an der Küste von Alaska. Auf dem Landweg ist er nur über Kanada zu erreichen. Die Fahrzeit bis dahin beträgt etwa fünf Stunden. Weil ich um 15.00 dort sein soll, muss ich früh aufbrechen. Vor der Abfahrt will ich aber noch hemanden suchen, der mir wieder einmal die Glühbirne des Fahrlichtes ersetzt. In Whitehorse gibt es eine Harley- und eine Yamaha-Vertretung. Ich fahre zuerst zur Yamaha-Vertretung, weil die grösser ist. Der Mechaniker von Yukon-Yamaha hat keine passende Glühbirne am Lager. Ich soll nach einer H7-Birne Ausschau halten, meint er. Er selbst hat nur H4-Birnen an Lager. Ich habe ja keine Ahnung, was H4 oder H7 bedeutet. Aber H7, das merke ich mir. Hier bekomme ich meine Glühbirne ja nicht gewechselt. Also werde ich mir etwas Anderes einfallen lassen müssen.
Bevor ich nach Haines aufbreche muss ich aber noch tanken. Vor dem Gebäude gleich neben der Yamaha-Vertretung stehen Zapfsäulen. Also rolle ich da hin. Irgendetwas stimmt da aber nicht. Die Zapfsäulen sind alle zugeklebt. Da kommt ein Mann aus dem Haus, winkt mir, kommt zu mir und erklärt mir, dass hier keine Tankstelle mehr sei. Hier sei jetzt ein Restaurant. Benzin habe er keines für mich, aber Eiscreme könnte er liefern. Zuerst bin ich etwas verwirrt und mache etwas grosse Augen. Dann deute ich auf mein Fahrzeug und antworte: „Darf ich vorstellen, das ist Olga. Ich habe es noch nie probiert, aber ich fürchte, dass sie mit Eiscreme nicht viel anfangen kann“. Der Mann lacht. Nein, er will mir nicht Eis statt Benzin für mein Motorrad anbieten. Er will mir nur erklären, was hier los ist, damit ich nicht unnötig warten muss. Mit Benzin verdiene man hier einfach kein Geld mehr. Darum sei die ehemalige Tankstelle zu einem Restaurant umgebaut worden. Das mit dem Umbau verstehe ich gut. Aber das Geschäft hier liegt doch direkt am Alaska Highway. Warum soll man hier mit Benzin kein Geld verdienen? Das kann mir der freundliche Mann erklären: Zuerst einmal hat der Vorbesitzer den Ruf der Tankstelle kaputt gemacht. Das gehe hier ganz schnell. Aber als Besitzer einer Tankstelle muss er hier Benzin für 92 Cent pro Liter einkaufen, kann es aber und nur für einen Dollar pro Liter verkaufen. Dabei verdiene er einfach nichts. Nun, meine ich, es sind ja immerhin acht Prozent. Ich kenne da Produkte, mit denen man deutlich weniger Ged verdienen kann. Ja schon, grinst da mein Gegenüber etwas schelmisch, aber bei Eiscreme beträgt die Gewinnspanne eben 200%. Aha, ich hatte ja keine Ahnung, dass es bei Eiscreme über so gute Marge gibt.
Etwas weiter vorne finde ich dann doch noch eine Tankstelle, die neben Eiscreme auch Benzin verkauft. Gleich dahinter steht ein Canadian Tire Store, ein kanadischer Baumarkt. Da bekomme ich eine H7-Glühbirne. Es hat sich also gelohnt, dass ich mir für 20 Minuten diesen Begriff gemerkt habe. So, und jetzt bin ich endlich bereit für die Fahrt nach Haines.

Es ist kühl und regnerisch. Eigentlich hatte ich mit besserem Wetter gerechnet. Die Dame an der Rezeption meines Hotels hatte nämlich gemeint, sie hätte ein gutes Gespür für das Wetter, und heute werde es schön. Tja, offenbar hat das Wetter nicht so ein gutes Gespür für diese Frau.
Die ersten eineinhalb Stunden folge ich dem Alaska Highway. Die Strasse führt fast immer geradeaus. Ab und zu zeigt ein Schild eine Siedlung oder eine Unterkunft an. Am Horizont ist eine Bergkette mit verschneiten Gipfeln sichtbar. Der Himmel hängt tief und ist heute definitiv nicht voller Geigen. In Haines Junction biegt der Alaska Highway noch Nordwesten ab. Dort werde ich dem Yukon Highway 3 bzw. dem Haines Highway folgen, der in südöstlicher Richtung nach Haines führt. Kurz vor Haines Junction verspricht ein Schild, dass man hier in der Village Bakery "fine food" bekomme. Was immer damit in den einsamen Yukon Territories gemeint ist: Ich hätte gerne etwas Feines zu Mittag. Eine Tankstelle finde ich sofort in Haines Junction, aber die Village Bakery suche ich vergeblich. Gleich bei der grossen Kreuzung bietet ein Motel Lunch an. Das probiere ich aus. Das Restaurant wird von zwei Männern geführt, beide so um die siebzig. Hier ist zwar alles sauber und das Mittagessen ist soweit recht. Trotzdem komme ich mir vor, als sei ich hier in eine Yukon-Version der Muppetshow gelandet – nur, dass es hier nicht ganz so viel zu lachen gibt. Für die Weiterfahrt ziehe ich mich wärmer an. Bis nach Haines sind es noch knapp drei Stunden.

Die Strecke von Haines Junction nach Haines ist deutlich attraktiver als der erste Teil meiner Etappe. Haines Junction liegt direkt am Ostrand der Berge, auf die ich bisher zugefahren bin. Später sehe ich, dass das hier die Saint Elias Mountains sind. Nach etwa 30 Meilen taucht zuerst rechts der Kathleen Lake, dann links der Dezadeash Lake auf. Hier gibt es viele Angebote für Naturliebhaber, Wanderer und Fischer. Dann sieht man schon von weitem, wie die Strasse durch zwei Bergzüge hindurch nach Südosten führt. Ganz am Horizont zeigt der wolkenverhangene Himmel ein kleines blaues Fenster. Vielleicht wartet ja in Haines das schöne Wetter auf mich. Die Strasse steigt kontinuierlich an. Links und rechts der Strecke liegen immer mehr Schneeflecken, und je höher hinauf die Strecke geht, desto öfter beobachte ich ein seltsames Geschehen: Am Strassenrand richten sich immer wieder kleine Tiere auf, etwa 30 cm hoch und ganz dünn. Wenn ich dann näher komme flitzen sie wie Kamikaze-Piloten im letzten Augenblick vor meinem Vorderrad über die Strasse. Mit der Zeit merke ich, dass es zuerst so aussieht, als ob da Tannzapfen am Strassenrand liegen würden, die sich dann aufrichten und plötzlich über die Strasse fegen, Tannzapfen mit Düsenantrieb. Meine Vermieterin in Haines erzählt mir später, dass das Erdhörnchen sind, Earth Squirrells. Die gebe es oben in den Bergen massenhaft. Ich müsse mir vorstellen, dass ein Bär einen hohen Energiebedarf habe, da sei so ein Earth Squirrell gerade einmal ein Appetizer. Die Bären würden diese Tiere in Massen fressen, „like a Taco or a Burrito“. Das ist ein schönes Bild, wenn ich mir vorstelle, wie da ein Bär durch die Gegend zieht und sich ab und zu einen Snack greift. Ein paar Mal sehe ich einzelne dieser Erdhörnchen genauer, wenn sie sich am Strassenrand aufrichten, bevor sie ihren Kamikaze-Run starten. Sie sehen aus wie kleine, alte, aufmerksame Männchen, ganz niedlich.
Die Berge hier obenhaben langgezogene, klare, einfache Konturen. Der Schnee liegt in langen Vertikalstreifen, so dass der Eindruck von Zebra-Bergen entsteht.

Der höchste Punkt meiner heutigen Etappe ist der Chilkat Pass, 1070 Meter über Meer, kurz vor der Grenze zu Alaska. Nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt erreiche ich schliesslich die Grenze zu den USA. Der Grenzübergang hier sieht ganz anders aus als ein Grenzübergang bei uns in Mitteleuropa. Am deutlichsten sieht man das daran, dass es mehrere Ampeln, Haltelinien und eine Barriere gibt. Zuerst muss man beim ersten Rotlicht stehen bleiben, und zwar ganz genau beim Rotlicht und bei der Haltelinie. Dann wartet man, bis der Customs Officer die Ampel auf grün stellt. Dann muss man ganz langsam bis zum Officer vorziehen. Dort hat es wieder eine Ampel, und mussgenau dort halten, wo der Officer mit seiner Hand hinzeigt. Mit jedem einzelnen Fahrzeug wird hier so verfahren. Hier müssen alle angehalten und sich inspizieren lassen. Hier wird niemand einfach durchgewinkt.

Vor mir ist gerade einmal ein Fahrzeug. Ich schaue zwar interessiert zu, wie dieses Fahrzeig abgefertigt wird. Aber offenbar habe ich nicht gut genug beobachtet. Als mir der Customs Officer das Zeichen gibt ziehe ich vor und halte vor lauter Respekt zuerst einen Meter zu früh an. Da gibt mir der Customs Officer aber ganz schnell ein energisches zweites Handzeichen, und ich bemühe mich sehr, diesen Meter Distanz ganz schnell nachzubessern. Ripley heisst der Grenzbeamte hier. Das lese ich auf seinem Namensschild. Er ist etwa anfangs sechzig und fast zwei Köpfe grösser als ich. Zuerst will er wissen, woher ich komme. Das ist nicht schwer: Ich komme aus Kanada. Das wisse er bereits, schmunzelt er. Jetzt muss ich auch lachen. Vor lauter Eifer habe ich nicht gemerkt, was für eine blöde Antwort ich gegeben habe. Woher soll ich denn sonst kommen, wenn nicht aus Kanada. ABer Officer Ripley scheint mir das nicht übel zu nehmen. Jetzt frage ich zurück, was er denn genau wissen möchte. Er lacht immer noch und zeigt mit der Hand an, das ich den Helm abnehmen soll. Nichts lieber als das. Vor den US-amerikanischen Grenzbeamten habe ich einen solchen Respekt, dass ich mich heute Morgen extra rasiert habe, um auch ja einen guten Eindruck zu machen. Zugegeben, eigentlich wollte ich noch mehr bei meiner Vermieterin punkten. Aber ich mache gerne auch einen Probelauf bei diesem Grenzbeamten hier. Jetzt, wo er mein sauber rasiertes Gesicht sieht, erklärt er, was er gemeint hat. Er möchte wissen, wie ich bisher gereist bin. Das weiss ich per Zufall ganz genau. Ich schildere ihm meine bisherige Reise offenbar zu genau, denn er unterbricht mich bald einmal und stellt dann obligaten Fragen: Habe ich Feuerwaffen, Drogen, Gemüse, Obst oder Geld im Wert von 10'000 Dollar oder mehr dabei? Waffen, Drogen, Gemüse und hohe Bargedbeträge habe ich nicht. Aber drei Äpfel habe ich bei mir. Officer Ripley will es ganz genau wissen: Nur drei Äpfel? Tatsächlich habe ich nur diese drei Äpfel dabei. Als ich Anstalten mache, abzusteigen und ihm meine Zwischenverpflegung zu zeigen, winkt er aber schnell ab. Er will meine Äpfel gar nicht sehen. Dafür schaut er sich meinen Pass ganz genau an. Das ist mir sehr recht. Mit meinem Pass ist nämlich alles in Ordnung. Vielleicht täusche ich mich da aber auch. Officer Ripley studiert nämlich für mein Empfinden etwas zu lange irgendeine Seite in meinem Pass. Dann schaut er mich wieder an und fragt, ob ich wisse, dass mein Visum nur bis am 30. Mai gültig ist. Das sind nur noch sechs Tage. Wie ich denn meine Heimreise geplant hätte. Ich deute auf den Einreisestempel von Kanada und rechne ihm vor, dass ich durch meinen Aufenthalt in Kanada noch 18 zusätzliche Tage zugute habe. Er macht mich darauf aufmerksam, dass seine Kollegen bei der definitiven Einreise in Alaska Ende dieser Woche mir eine Extension für die Tage in Kanada geben werden, und dass ich sie verlangen soll, wenn sie die Verlängerung nicht von sich aus eintragen. Ich bedanke mich für den Hinweis, das ist sehr nett! Damit darf ich einreisen.

Noch 40 Meilen sind es bis Haines, und dann noch einmal zehn Meilen bis zur Mud Bay, wo meine Ferienwohnung liegt. Ich habe ein ziemliches Durcheinander mit Meilen und Kilometer. Eben habe ich mich noch in Kanada wieder an die Messung mit Kilometern gewöhnt und die Geschwindigkeit auf der inneren Tachoskala abgelesen. Jetzt muss ich wieder aufpassen, dass ich nicht viel zu schnell oder viel zu langsam bin, weil ich die Temposkalen verwechsle.
Haines liegt am Zusammenfluss des Chilkat und des Chilkoot Rivers, merke ich später. Mein Weg führt am Chilkat River entlang, einer üblen dicklichen grauen Gebirgsbach- und Schmelzwasser-Brühe. Das Flussbett ist mehrere 100 Meter breit und mit riesigen Kiesbänken und Schwemmholz-Baumstämmen durchsetzt. Während ich neben einer etwas tieferen Stelle des Flusses fahre stelle ich bei einem Stück Schwemmholz eine komische Bewegung fest, schaue hin und sehe, dass es kein Schwemmholz ist, sondern ein Elchkopf. Da schwimmt ein Elch, der bis zum Kinn im Wasser ist. So schnell wie möglich halte ich an, drehe um und bringe mich in Fotoposition. Das passt dem Elch aber gar nicht. Obwohl er schon fast am Ufer auf meiner Seite ist wendet er sich wieder ab, schaut zurück und stösst ärgerliche tiefe Laute aus, so etwas wie ein ganz tiefes „Bu Bu Bu“. Dann kehrt er um und schwimmt wieder in Richtung Flussmitte, immer vor sich hinschimpfend "Bu Bu Bu". Ich hoffe, dass ich nichts Blödes gemacht habe und der Elch nicht in Bedrängnis kommt, aber da wird schon etwas mehr von dem Tier sichtbar. Unter seinen Protestlauten steigt er langsam aus dem Wasser und stelzt davon. Im Frühjahr kann man die Elchbullen kaum von den Elchkühen unterscheiden, weil die Bullen ihre Schaufeln abgestossen haben und nur noch an so kleinen Ausbuchtungen auf dem Kopf zu erkennen sind. Dieser Elch hier ist zu weit weg um erkennen zu können, ob er Hörnchen hat oder nicht, aber es ist jedenfalls ein Riesentier. Darum nehme ich an, dass es ein Bulle ist. Von jetzt an schaue ich viel genauer in den Fluss. Vielleicht schwimmt da ja noch einmal ein Elch. Nein, von jetzt an gibt es nichts mehr zu sehen, weder Elche noch Burritos.

Pünktlich um drei Uhr treffe ich beim Haus meiner Vermieter ein. Es liegt völlig abgelegen und nur wenige Meter vom Strand an der Mud Bay. Meine Vermieter heissen Carolyn und Tom Ganner. Carolyn zeigt mir mein Studio, das im ausgebauten Dachstock ihrer Garage liegt. Die Einrichtung ist nicht mehr ganz neu, aber zweckmässig und sauber. Vor allem aber ist das Studio vollständig eingerichtet. Nach fast zwei Monaten kann ich wieder einmal selber kochen. Carolyn will mir alle Unterhaltungselektronik zeigen und auch alles Mögliche über die Sehenswürdigkeiten der Region erklären. Sie ist ein wenig enttäuscht, als ich ihr ins Wort falle und erkläre, dass mein Programm bereits feststeht und ich weder Radio noch Fernsehen noch DVDs brauchen werde: Heute gehe ich einkaufen, dann koche ich Abendessen und dann ist Feierabend. Morgen ist Unterhaltstag: Wäsche waschen, Olga checken, und für den Rest des Tages blogge ich oder faulenze etwas herum. Am Donnerstag bin ich den ganzen Tag über auf einer Whale watching tour, und am Freitagmorgen fahre ich wieder weiter. Das wäre geklärt. Tom Ganner wird am Donnerstag übrigens auch mit auf der Tour sein. Er wird das Ausflugsschiff als Fähre benutzen, um nach Juneau zu fahren und dort zum Arzt zu gehen. Carolyn erklärt mir noch das Wifi. Hier in Haines gibt es nur langsames Internet, und die Bandbreiten wie auch die Download-Raten sind beschränkt. Ich kann also nicht Videos streamen und anschauen. Das habe ich nicht vor, kann ich sie beruhigen. Ich erinnere mich aber, dass eines der Wahlversprechen von Bill Clinton gewesen ist, dass es im ganzen Land Daten-Autobahnen geben soll. Ob es denn keine Daten-Autobahn nach Haines gebe. Doch schon, aber eben eine, die nicht so breit sei. Jetzt bin ich etwas erstaunt. Die Strasse nach Haines ist ja ganz neu oder mindestens sehr gut unterhalten. Also ist doch Geld vorhanden. Carolyn schüttelt den Kopf. Sie erklärt, wie wichtig eine gute Strasse für den abgeschnittenen Küstenort sei, gerade wenn es um medizinische Versorgung oder um Notfälle gehe, und dass eine gute Strasse darum wichtiger sei als eine Fiberglas-Datenautobahn. Das weiss ich schon. Ich hatte eigentlich darauf anspielen wollen, dass die USA pro Woche eine Milliarde Dollar für Kriege im Ausland ausgeben. Für dieses Geld könnte man an jeden Küstenort eine armdicke Glasfaserleitung legen und die Orte der ganzen Küste mit vierspurigen Strassentunnels verbinden, die innen mit handgewobenen Ziegenwoll-Teppichen ausgekleidet wären. Aber ich merke, dass da dünnes Eis ist und halte den Mund. Carolyn warnt mich noch, dass auf ihrem Grundstück unten am Fluss eine Elchkuh wahrscheinlich zwei Kälber bekommen habe, ich solle also vorsichtig sein, wenn ich mich auf dem Grundstück bewege. Mir ist eine Elchkuh zwar lieber als eine Bärin mit Jungen, sage ich etwas flapsig. Da wird Carolyn ziemlich streng. Sie erklärt mir, dass eine Bärin mit einem Jungen immer noch ein scheues Tier sei, und dass die Wahrscheinlichkeit, einer Bärin mit einem Jungen zu begegnen sehr gering sei. Elche hingegen müssten den ganzen Tag herumziehen, damit sie genügend zu fressen finden. Elche würden auch ausgesprochen schlecht sehen und darum ganz schnell in Panik verfallen und angreifen, wenn sie etwas Unbekanntes entdecken würden. Und wenn ich einer Elchkuh in diesem Zustand begegnen würde, dann hätte ich ziemlich schlechte Karten. Peng, der hat gesessen. Ich nehme die Zurechtweisung an und halte den Schnabel.

Später treffe ich Carolyn beim Einkaufen wieder und frage sie, wo man hier frischen Fisch kaufen kann, weil ich im Supermarkt nirgends Frischfisch sehe. Tja, das ist eben ein Problem. Der Fischfang hat noch gar noch nicht wieder angefangen. Weil der Bestand an King Salmons in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist darf man dieses Jahr erst ab Mitte Juni wieder kommerziell nach dem King Salmon fischen. Vielleicht würde ich irgendwo noch gefrorenen Fisch aus hiesigem Fang finden. Tatsächlich bekomme ich bei einem Fischer auf dem Heimweg noch etwas King Salmon vom letzten Herbst. Da bin ich ja dann gespannt.

Ich habe wirklich an Ostern in Phoenix zum letzten Mal in einer Küche gestanden. Es hat fast etwas Rituelles, wieder Gemüse zu rüsten, den Arbeitsplatz in der Küche zu verwüsten und gleich wieder aufzuräumen. Kochen ist eine Tätigkeit, die einen anderen Sinn ergibt und anders zufrieden macht, als Töff fahren.

Reiseroute am Dienstag, 24. Mai 2016

Kommentare

  • Karl Bürgi Donnerstag, 2. Juni 2016 Antworten

    Hallo Martin
    Deine Reiseberichte sind spannend wie immer! Vielen Dank. Ich schreibe meine Zeilen hier in der Rückblende, obwohl ich bereits deine Eintrage nach dem 24. Mai gelesen habe. Der Gwunder hat mich einmal mehr gepackt und so habe ich dann die Schweinwerferbirnenstory mit Schmunzeln gelesen. So eine Birne hat es wohl in sich. Oder war es die Spannfeder, oder der Scheinwerferbirnenmechaniker? Jedenfalls hat Olga deinen dank verdient. Nach deiner Beschreibung müssen die Klamoten echt unsauber, ich sage nicht schmutzig, gewesen sein. Hast du noch ein Bild dazu? Apropos Bilder. Deine Fotos sind wunderbar und ich stelle mir vor wie es ist, wirklich dort an diesen Plätzen zu sein und Landschaft, Eindrücke, Wind und Düfte, Geräusche und Stille tief in sich aufzunehmen.
    Ich wünsche dir auf deiner Weiterfahrt alles Gute. Lasse mir die Elche Grüssen.

    Herzlich Karl

    • Martin Bünger Donnerstag, 2. Juni 2016 Antworten

      Tschou Kari
      Vielen Dank!
      Zu meiner Schmutzwäsche gibt es keine Bilder ?
      Die Elche habe ich gegrüsst. Entweder haben sie mich nicht verstanden, oder sie kennen dich nicht mehr, sie haben jedenfalls nur blöd geschaut (das können Elche).
      Herzliche Grüsse Martin

  • Karl Bürgi Samstag, 4. Juni 2016 Antworten

    Guten Morgen Martin

    Bei uns ist es Samstag-Morgen und bei dir? Ich werde demnächst bei unsererer Chäsifrau Yvonne eines ihrer selbstgebackenen Züpfli kaufen gehen. Es schmeckt jeweils wunderbar! Was schmeck dört äne bei dir auch immer wieder so wunderbar?
    Elch: Sage dem Elch, wenn du ihn wieder sehen wirst, was ich hoffe, ich hätte mich nicht verändert, zumindest äusserlich nicht.

    Einen wunderschönen Tag (bei uns schiffffft es) wünsche ich dir.
    Herzliche Grüsse Karl

    • Martin Bünger Samstag, 4. Juni 2016 Antworten

      Tschou Kari
      Ich bin gestern heimgekommen.
      Bis bald Martin

  • Karl Bürgi Samstag, 4. Juni 2016 Antworten

    Welcome to switzerland, Martin!

    Grüsse Karl

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